Widerruf von Immobilienfinanzierungen

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofes können Immobiliendarlehen widerrufen werden.

Vorfälligkeitsentschädigung sind keine Werbungskosten – aber häufig Widerruf möglich

Wer ein Immobiliendarlehen vorzeitig ablöst, muss in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Wird die Immobilie anschließend verkauft, kann die Vorfälligkeitsentschädigung nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 11.02.2014 nicht als Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung steuerlich abgesetzt werden.

Banken weisen den Widerruf von Immobilienfinanzierungen häufig unberechtigt zurück

„Meine Bank reagiert gar nicht auf meinen Widerruf. Was kann ich tun?“ So oder so ähnlich beginnen viele Gespräche in der Kanzlei Staudenmayer, wenn Bankkunden um anwaltliche Hilfe im Zusammenhang mit einem Darlehenswiderruf bitten.
Banken weisen den Widerruf von Immobilienfinanzierungen häufig unberechtigt zurück

Baudarlehen widerrufen – Auch wenn Unterlagen verlorengegangen sind

Es kann die unterschiedlichsten Gründe geben, warum wichtige Dokumente nicht mehr verfügbar sind. Wer z.B. seine Immobilienfinanzierung widerrufen will, weil dies infolge der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes möglich ist und sinnvoll erscheint, der sollte schon die wichtigsten Unterlagen zum betreffenden Baudarlehen beisammen haben.

Aber egal ob fehlender Ordnungssinn, ein Umzug, der Brand eines Hauses oder eine Explosion im Bankschließfach verantwortlich ist: Wenn es die Dokumente nicht mehr gibt, dann hat der Darlehensnehmer ein Problem.

Finanzierung widerrufen und Baudarlehen jetzt umschulden

Viele Kreditverträge zur Immobilienfinanzierung können auf Grund einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung widerrufen werden. Dadurch kann die Vorfälligkeitsentschädigung gespart werden. Darlehensnehmer können selbst feststellen, ob ihre Immobilienfinanzierungen widerrufbar sind. Der Bundesgerichtshof hat dazu in mehreren Urteilen die Weichen gestellt, sodass viele der zwischen 2003 und 2008 von Banken verwendeten Widerrufsbelehrungen unwirksam und in der Folge noch heute widerruflich sind.

Ausstieg aus Darlehen: Mit Widerruf Immobilienfinanzierung beenden

Der Bundesgerichtshof hat in den letzten Jahren mehrere verbraucherfreundliche Urteile zur Feststellung der Widerrufbarkeit von Immobiliendarlehen aufgrund fehlerhafter Widerrufsbelehrungen gefällt. Viele Banken haben in Darlehensverträgen v.a. in den Jahren 2002 bis 2008 bei den Widerrufsbelehrungen Formulierungen verwendet, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprachen. Verträge, die mit solchen Widerrufsbelehrungen abgeschlossen wurden, können nach den höchstrichterlichen Entscheidungen aus Karlsruhe heute noch widerrufen werden.

BGH-Urteile vom 13.05.2014: Kreditbearbeitungsgebühren sind unzulässig

Nach zwei Grundsatzurteilen des Bundesgerichtshof ist die Vereinbarung von Kreditbearbeitungsgebühren in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam, da die Bearbeitung von Kreditanträgen im eigenen Interesse der Bank erfolgt, und für den Kunden keine besondere Leistung erbracht wird. Voraussichtlich noch im laufenden Jahr wird der BGH außerdem zu der weiter umstrittenen Frage der Verjährung urteilen.